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Ohne Wechselwirkung

Hochtransparent und knickbeständig

Ob Dosierschlauch für Inhalatoren, röntgenkontrastfähige Schläuche oder mehrlumige Mikro-Katheter, Schläuche in der Medizintechnik müssen vielfältige Anforderungen erfüllen, da sie in einem hochsensiblen Bereich, in dem es oft um Leben und Tod geht, eingesetzt werden. Mithin muss auch die eingesetzte Werkstoffverbindung feinfühlig entwickelt und von höchster Qualität sein. Eine falsche Materialmischung etwa oder aggressive Weichmacher könnten fatale Folgen haben. So vielfältig die Schlaucharten, so umfangreich die Einsatzgebiete und umso detaillierter die Anforderungen.

Die Begriffe einlumige Schläuche und Monolayer sind erklärungsbedürftig. Denn Lumen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt Licht. Monolayer wiederum kommt eigentlich aus der Biologie und meint eine von Einzelzellen ausgehende Kultur einschichtiger Zellrasen. Die Verwendung dieser Begriffe im Zusammenhang mit medizinischen Schläuchen macht dennoch Sinn. Denn das Lumen beschreibt den Hohlraum eines Organs oder eines Gefäßes und stellt im Zusammenhang mit einlumigen Schläuchen mithin den einen Hohlraum in einem Schlauch dar. Und Monolayer beschreibt eine einzelne Schicht im entsprechenden Schlauch. Einlumige Schläuche und Monolayer sind für eine ganze Reihe von Einsatzgebieten geeignet. Für den Transport von Flüssigkeiten und Medikamenten werden sie für die Infusion, die enterale und parenterale Ernährung, in der Urologie und Endoskopie eingesetzt. Auch diese Schläuche in ihrer klassischen Schlauchgeometrie können mit Zusatznutzen ausgestattet werden. Etwa die satinierte Oberfläche eines IV-Schlauches, ein profilierter Innen- und Außendurchmesser eines Kanülenschutzrohres oder eine antimikrobielle Ausrüstung einer Uretherschiene (Harnleiterschiene, die bei Nierensteinen, die die Harnleiter blockieren, eingesetzt wird).

Multilumen- oder Mehrkammerschläuche stellen wichtige Lösungen für spezielle Anwendungsfelder dar, in denen Luft, Material oder Flüssigkeiten transportiert werden und im gleichen Raum mehrere Funktionen gleichzeitig übernommen werden können (z.B. saugen und spülen). Sie werden in der Akutdialyse, als zentralvenöse Katheter, in der Urologie und als Liquordrainage eingesetzt (Verfahren zur meist dauerhaften Liquorreduktion, bei dem durch einen kleinen Schlauch in den Hirnventrikeln Hirnflüssigkeit über einen implantieren Schlauch in die Bauchhöhle abgeleitet wird, z.B. bei Hydrocephalus).

Die Umsetzung anspruchsvollster Eigenschaftsprofile wird durch Schläuche im Multilayeraufbau möglich. Mit dieser Technologie können Vorteile verschiedenartiger Materialien kombiniert werden. Hier nur einige Beispiele: inerte, druckaufnehmende oder flexible und röntgenkontrastgebende Schichten. Die Einsatzgebiete sind hier Infusionsleitungen und Füllschläuche für Beutelsysteme, Druckleitungen für die Angiographie, Verabreichung von Medikamenten in der Onkologie und hochflexible Arbeitskanäle mit niedrigen Gleitreibungskoeffizienten in der Endoskopie.

Bei der Fadenarmierung handelt es sich um eine Armierung mittels gewickelter oder geflochtener Fäden aus Metall oder Polyamiden, um die Knickbeständigkeit und/ oder die Berstdruckfähigkeit und/oder Unterdruckfestigkeit von Schläuchen zu garantieren. Ein Beispiel für die Medizintechnik sind Respirationsschläuche.

Das Materialspektrum, das für die Fertigung von medizinischen Schläuchen zur Verfügung steht, ist riesig. Von COC und EVA, HD-PE und LD-PE, über PA6.12, PA 11 und 12, PEBA, POM, PVC und PVDF bis zu TEEE, TPU und den TPE-Werkstoffen (S, V und O). Nicht jedes eignet sich für alle Einsatzbereiche und nicht jede Werkstoffkombination macht für die jeweils geforderten Eigenschaftsprofile Sinn. Es kommt immer darauf an, für welche Applikation welche Eigenschaften gefordert sind.

So sind Wechselwirkungen zwischen Schlauchmaterial und pharmazeutischen oder körpereigenen Stoffen, bei denen es zu Beeinträchtigungen des menschlichen Organismus kommen könnte, zwingend zu vermeiden. Es darf keine Interaktion mit dem Kunststoff geben, die Medikamentenabsorption ist zu verhindert, das Material muss in jeder Beziehung medienbeständig und sollte auch UV-stabil sein, um Versprödung, Verformung und Intransparenz zu vermeiden. Ein hohes Maß an Transparenz ist gefordert, damit flüssige Inhalte sichtbar bleiben und der optische Flow-Control ermöglicht wird. Das Schlauchsystem in klinischer Anwendung sollte darüber hinaus röntgenkontrastgebende Streifen (z.B. aus Bariumsulfat) in der Schlauchwand aufweisen, damit die Schlauchposition im Körper verfolgt werden kann oder um eine implantierte Drainage oder chirurgische Komponente mit Hilfe von Röntgenstrahlen lokalisieren zu können. Mittels antimikrobieller Beschichtung sollte die Keimresistenz erhöht werden. Ein wichtiger Aspekt ist die Biokompatibilität nach ISO 10993-5 des Materials in Abhängigkeit vom Einsatzort im Körper, dem physiologischen Kontaktmedium während der Anwendung des Produkts, der Einsatzdauer und dem Sterilisationsverfahren - insbesondere bei Schlauchsystemen im Blutkontakt. Um den freien Fluss der Stoffe innerhalb der Schläuche zu gewährleisten, ist Knickbeständigkeit gefordert. Sterilisationsfähigkeit ist natürlich ein Muss, hier im Wesentlichen im Autoklav oder im EtO-Verfahren. Auch die Verklebbarkeit von TPE mit anderen Werkstoffen mittels Lösemitteln und mit Ultraschallwellen kann eine wichtige Anforderung sein, z.B. bei Katheterschläuchen mit Konnektoren.

Mit PROVAMED® stellt Actega DS ein TPE-Portfolio, frei von Latex, Silikon und Phthalaten, zur Verfügung, das die notwenigen Materialqualifizierungen hinsichtlich normativer, toxikologischer, biologischer und kundenspezifischer Anforderungen – u.a. USP Class VI, ISO 10993-11 (Systemtoxizität) oder ISO 10993-10 (Sensibilisierung und Irritation) nachweist. Die Werkstoffe können auf eine Vielzahl der beschriebenen Anforderungsprofile eingestellt werden und können zudem eine besonders gute Haftung auf Thermoplasten wie PE, PP, PS, ABS, PC und PA bieten, die auch bei kontinuierlichem Medienkontakt und erhöhten Temperaturen aufrechterhalten wird.

www.actega.com

 

 

 

 


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