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Gesundheits-Apps für den B2B-Bereich

Chance auf einen deutlichen Vorsprung

Die Health-App YAS löst die Sicherheits-Krux von Gesundheitsdaten, damit Unternehmen und Krankenkassen die Chancen der Digitalisierung im Präventionsmanagement nutzen können. Dr. Klaus Iffländer, Chief Technology Officer bei YAS.life und Entwickler der App YAS, ist verantwortlich für ITSicherheit und Datenschutz des InsurTechs. Heute spricht er mit uns über die digitale Wende auf dem Versicherungsmarkt 2019, warum Businesslösungen den Lebenswelten von Konsumenten hinterherhinken und mangelnde Entscheidungsfreude der Akteure.

Health- und Fitness-Apps sind Trend und auf jedem zweiten Smartphone installiert. 45 Prozent der Deutschen geben an, in Sachen Gesundheit regelmäßig auf eine smarte Anwendung zu setzen. Auch die Gesundheits-App YAS, die sportliche Betätigung belohnt, hat in wenigen Monaten 50.000 Nutzer gewonnen, die sich regelmäßig fit halten, Spaziergänge in der Mittagspause einplanen oder sich mit Snack-Tipps inspirieren lassen. Doch auch wenn die Beliebtheit von Motivations- und Fitness-Apps unumstritten ist, wird der Nutzen der digitalen Lösung für das Gesundheitsmanagement von Unternehmen und Versicherungen noch unterschätzt. Dr. Klaus Iffländer, Chief Technology Officer bei YAS.life, erklärt, warum Gesundheits-Apps in B2B-Bereich 2019 viel bewegen werden.

Was unterscheidet normale Fitness-Apps von den B2B-Versionen?

Dr. Klaus Iffländer: Gesundheits-Apps für den Endverbraucher bieten Informationen, Trainingseinheiten, Entspannungsmethoden oder Rezepte und sollen den Nutzer auf einem Weg in einen gesünderen Alltag begleiten. In einer B2B-Version stehen die Inhalte für den Nutzer in Verbindung mit Potentialen und Zielen auf der Unternehmensseite, die eine Schnittstelle mit den Interessen von Mitarbeitern oder Kunden darstellen. Dies abzubilden bedarf einer smarten technischen Lösung und steht im Spannungsfeld des Datenschutzes. Die Potentiale sind riesig, aber die Entwicklungskosten auch. Deshalb haben wir die App YAS entwickelt, deren große Schwester eine White-Label-Lösung ist, die auf Unternehmen übertragen werden kann und für den Unternehmensauftritt flexibel individualisierbar ist. Wir haben außerdem viel Know-How in den Bereichen Datenschutz und Regulatorik aufgebaut. So können wir Unternehmen als zuverlässiger Partner beraten, lückenlose Compliance für uns und unsere Partner sicherzustellen und gleichzeitig ein tolles Lifestyle-Produkt an den Markt bringen.

Zunächst hat die YAS-App als B2C-Version Nutzer und Erfahrungen gesammelt. Welche Vorteile hatte dieses Vorgehen?

YAS ist eine B2C-Version, mit der wir in den ersten Monaten wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Die 50.000 Nutzer fordern uns jeden Tag heraus, immer besser zu werden und mit guten Ideen und neuen Kooperationen zu begeistern. Von den in den vergangenen eineinhalb Jahren gewonnenen Erkenntnissen profitieren nun unsere Unternehmenskunden. Wir wissen zum Beispiel, welche motivierenden Nachrichten die Nutzer am besten dazu animieren, für sich und die eigene Gesundheit Sport zu treiben. Außerdem wissen wir, welche Prämien am besten motivieren, am Ball zu bleiben und Punkte für sportliche Aktivitäten zu sammeln. Von diesen Erfahrungen profitieren unsere B2B-Kunden, weil wir die Versicherten noch gezielter ansprechen können.

Warum haben Apps 2019 das größte Potential, den Gesundheitsmarkt zu verändern?

Digitale Lösungen sind im Bereich Gesundheit und Prävention DAS Thema und werden unser aller Arbeitswelten ebenso bereichern wie die Versicherungsbranche. Unternehmen wollen ihre Mitarbeiter gesund und motiviert halten, Versicherungen wollen Versicherte, die ihr Wohlbefinden proaktiv in die Hand nehmen. Dazu schließt eine App, die alle Gesundheitsdaten extern hält, Sicherheitsrisiken bei der Handhabung von Gesundheitsdaten für die Unternehmen aus. Die personenbezogenen Daten werden nie vermengt, sondern bleiben immer verschlüsselt und unabhängig. Gleichzeitig werden die Erfolge klar messbar und das kommt allen zu Gute: Die Nutzer sind aktiver und gesünder und Krankenkassen können dafür attraktive Prämien erstatten oder Boni zahlen. Unternehmen können ein Stück Verantwortung für das Wohnbefinden Ihrer Mitarbeiter übernehmen.

Warum ist eine App gerade für Prävention und betriebliches Gesundheitsmanagement so gut geeignet?

Wir alle kennen das: Vorsätze gelingen am besten, wenn wir begleitet werden oder Erfahrungen und auch Motivationstiefs mit anderen teilen können. Unsere App YAS, die als White Label Unternehmen und Krankenkassen zur Verfügung steht, leistet das und bietet darüber hinaus auch ganz konkrete Anreize: Das können geldwerte Vorteile bei Partnern sein, aber auch Erstattungen von Beiträgen, Bonuszahlungen oder die Einstufung in einen niedrigeren Versicherungstarif. Auf der Seite der Unternehmen sind die Chancen, die Gesundheits-Apps eröffnen, deshalb riesig: Versicherungen können sich deutlich von Mitbewerbern abheben und neue Produkte datenbasiert entwickeln. Unternehmen werden attraktiver für Young professionals, Krankheitstage sinken, die Motivation steigt. Persönlich finde ich interessant, dass sich so die Wahrnehmung von Krankenkassen für den Versicherten ändert: Die Krankenversicherung ist nicht nur da, um Kosten für Gesundheitsleistungen zu erstatten, wenn es nötig ist, sondern sie wird zum Gesundheitspartner, der proaktiv für die Versicherten da ist und motiviert, auch wenn es ihnen gut geht.

Wieso wurde die YAS-App entwickelt bzw. wie entstand die Idee zum Geschäftsmodell?

Das Thema Datenschutz stand 2016 Pate bei der Gründung des InsurTechs YAS.life, denn die Idee der App ist es, Gesundheitsdaten von Mitarbeitern oder Versicherten extern zu speichern. Somit ist sichergestellt, dass die personenbezogenen Daten nicht mit den Daten des Unternehmens zusammengeführt werden – entsprechend der EU-DatenschutzGrundverordnung (DSGVO). Was jedoch erlaubt ist: Verschlüsselte Gesundheitsdaten über einen externen Dienstleister zu beziehen. Ein Beispiel: Eine von uns für eine Krankenkasse individualisierte App übermittelt, wie viele Euro der Versicherte Max Mustermann in Prämien einlöst. Nicht aber, wann und wie lange er laufen geht, welche Prämie er sich ausgesucht hat oder wie viele Fitnesspunkte er täglich sammelt. Die gesamte Erfassung sportlicher Aktivität, die Umrechnung in Punkte und das Einlösen der Prämien läuft also außerhalb des Unternehmens bzw. der Krankenkasse ab und wird auch nie transparent gemacht.

Wann erwarten Sie die digitale Wende auf dem Versicherungsmarkt?

Digitale Präventions-Lösungen werden die ganze Gesundheitsbranche erfassen. Die Krankenversicherungen und Unternehmen, die 2019 erste Schritte unternehmen und Erfahrungen mit Algorithmen sammeln, werden sich deutlich absetzen und ihr Profil schärfen. Dazu können sie von einem großen Wissensvorsprung profitieren, der sich auf Produkte, Kostenstrukturen, digitales Marketing, Kundenansprache und vieles mehr auswirken kann. Coaching und Gamification sind schon jetzt Schlüsselbegriffe. Eine App hat die Möglichkeit, alle Maßnahmen zu bündeln und zu steuern.

Das Thema E-Health wird ja auch kritisch gesehen und immer wieder sorgen Datenskandale für neues Misstrauen. Wie positioniert sich die YAS-App in diesem Spannungsfeld?

Solche Datenskandale schaden der ganzen Branche, weil sie Vertrauen in den verantwortungsvollen Umgang mit den Daten und die angemessene Sicherheit der Systeme in Frage stellen. Wir bei YAS.life haben von Anfang an darauf geachtet, entsprechende Ansätze und Maßnahmen zu entwickeln, um ein entsprechend hohes Sicherheitsniveau gewährleisten zu können. Im Bereich Datenschutz haben wir nicht erst mit der Einführung der DSGVO konsequent alle Anforderungen umgesetzt. Wir wissen, welche Verantwortung wir im Hinblick auf die Daten unserer Nutzer tragen. Deshalb haben wir von Anfang an Prozesse und Maßnahmen entwickelt, die es uns erlauben, entsprechend zuverlässig und verantwortungsvoll damit umzugehen. Meine Vision war immer, die Vorteile von E-Health im Unternehmenskontext zum Nutzer zu bringen, ohne Kompromisse im Bereich Datenschutz einzugehen. Dafür tun wir sehr viel. Zum Beispiel werden alle Mitarbeiter konsequent geschult, wie sich die Gesetzgebung und Rechtsprechung verändert. Gleichzeitig haben wir strenge Zugangskontrollen eingeführt, wenn es um personenbezogene Daten geht. Kein Mitarbeiter kann einfach so auf Nutzerdaten zugreifen.

Was müsste Ihrer Meinung nach passieren, damit E-Health endlich beim Nutzer ankommt? Wo hakt es?

Neben dem Thema Datenschutz, der DSGVO und Bedenken zur IT-Sicherheit ist es vor allem der mangelnde Enthusiasmus der Politik und der Krankenkassen. Ich wünsche mir, dass Politik und Kassen mehr Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft übernehmen, statt nur zu reagieren. Außerdem fehlt es Versicherungen noch an einem Bewusstsein dafür, sich als Lifestyleprodukt zu positionieren. Nur so schafft man eine positive Wahrnehmung der Marke beim Verbraucher. Gleichzeitig öffnet dies die Möglichkeit, auch neue Kundensegmente zu erreichen, etwa die viel diskutierten Millenials, die selbstverständliche eine digitale Ansprache und Kundenbindung erwarten.

Was steht 2019 bei YAS.life auf der Agenda?

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung neuer Apps. Aktuell haben wir Verträge mit 2 Kunden über insgesamt 4 eigenständige Apps. Erste Pilotprojekte mit gesetzlichen und privaten Versicherern laufen bereits seit zehn Monaten. Da stehen jetzt spannende Ergebnisse zu den Themen Kundenbindung und den sportlichen Erfolgen an. Die erste Version für die Bayerische Beamtenkrankenasse, „Meine Fitness“, seit April 2018 auf dem Markt und zählt Versicherte im hohen dreistelligen Bereich. Für diese Nutzer spendieren wir nun ein umfangreiches Update der App. Dazu werden wir in diesem Jahr eine weitere App für die mhplus starten. Damit beweisen wir, dass es auch bei gesetzlichen Krankenkassen möglich ist, gesundheitsbewusstes Verhalten zu belohnen. Und das auf einem zeitgemäßen, digitalen Weg. 2019 werden wir sichtbar Marktführer für präventive Digital-Angebote in der deutschsprachigen Versicherungslandschaft sein.

Gibt es positive Beispiele aus anderen Ländern oder laufenden Projekten?

In vielen Ländern haben sich digitale Vorsorgekonzepte bereits bewährt und sind Teil des Alltags von Angestellten und Versicherten, während Unternehmen von sinkenden Kosten, motivierten Teams und einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein profitieren. Ein Beispiel hierfür ist Südafrika, wo die sogenannte Vitality-Card sportliche Betätigung, aber auch das Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen durch Punkte belohnt. Die Anwendung hat auf der ganzen Welt Verbreitung gefunden, auch in Deutschland arbeitet die Generali exklusiv mit der App.

Was macht ein CTO eigentlich genau, um IT-Sicherheit zu gewährleisten und was ist eigentlich ein InsurTech?

Wir sind ein Startup aus Berlin und wollen einen Beitrag zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems leisten. Als Chief Technology Officer (CTO) bin ich für das Management von Datenbanken und das Erweitern der Daten-Infrastruktur zuständig. Gemeinsam mit meinem Team ermögliche ich die personalisierte Nutzererfahrung im Rahmen unserer Apps YAS, „Meine Fitness“, „Move“, etc. Dazu bemühe ich mich um Aufklärung im Bereich Datenschutz und pitche unsere Idee vor unterschiedlichen Instanzen. Dazu zählt zum Beispiel die ProFIT Förderung der Investitionsbank Berlin (IBB), die besonders innovative Projekte fördert, die den Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft unterstützen. Wir sind sehr glücklich, dass unsere Technologie überzeugt hat.

www.yas.life

 

 


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