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Gestrick aus Titan hilft bei Bandscheibenvorfall

Zahlreiche Medizintechnik-Weltneuheiten

Bandscheibenprothesen aus Titangestrick, ein neuartiger Büroarbeitsstuhl für medizinisch gesundes Sitzen, ein kabelloses Mikrostromgerät mit in Textil integrierten Elektroden zur krankheitsspezifischen Schmerzbehandlung bei Arthrose.

Bandscheibenvorfälle sind eine schmerzliche und langwierige Angelegenheit. Die vor allem für den Automobilbau tätige Buck GmbH & Co. KG aus Bondorf (Baden-Württemberg) und die Eberhard-Karls-Universität Tübingen haben im Rahmen eines vom BMWi geförderten Kooperationsprojektes eine Bandscheibenprothese aus Titangestrick entwickelt, die künftig als Dämpfungselement im Halswirbelsäulenbereich der Patienten eingesetzt werden soll, um Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zu vermeiden. Das Implantat aus verdichtetem Titangestrick zeichnet sich durch herausragende Dämpfungseigenschaften, hohe Beständigkeit und besonders schonende Fixierung aus. Alfred Ernst Buck, Geschäftsführer des Bondorfer Unternehmens, sagte, die Förderung für dieses Projekt durch den Bund habe es seinem Unternehmen erlaubt, zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen und damit als weltweit erste Firma auf diesem Gebiet erfolgreich zu sein. Derzeit befinde sich das Titangestrick in der Testphase.

Massive Unterstützung für die Gesundheitsforschung

Wie die Prothese verdankt die Mehrheit der Hightech-Innovationen ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Das Bundesprogramm kann mittlerweile auf eine zehnjährige Erfolgsbilanz zurückblicken und erreicht besonders viele kleine und junge Unternehmen. Für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Gesundheitsforschung/Medizintechnik wurden allein seit 2015 Fördermittel in Höhe von über 135 Mio. Euro bewilligt.

Schmerzfrei und zudem noch gesund zu sitzen, ist ein hoher Anspruch in Zeiten stetig zunehmender Arbeit mit dem und am Computer. Die lento GmbH & Co. KG aus dem thüringischen Korbußen zeigt auf dem Innovationstag einen patentierten Büroarbeitsstuhl, der nach Überzeugung von Geschäftsführer Mario Felsch durch seine äußere Gestaltung und innere Konstruktion genau diesem Ziel entspricht. Der gemeinsam mit dem Steinbeis-Innovationszentrum Chemnitz entwickelte Stuhl zeichnet sich insbesondere durch einen in natürlicher Richtung vor und zurück beweglichen Sitz und eine Rückenlehne aus, die sich flexibel der jeweiligen Sitzposition des Nutzers anpasst und gleichzeitig den Lendenwirbelbereich aktiv unterstützt. lento-Chef Felsch: „Die Fördersumme von rund 190.000 Euro für den Zeitraum 2016/2017 hat unsere Firmenphilosophie und unser Anliegen sehr unterstützt, einen hochwertigen und die Gesundheit fördernden Bürostuhl zu entwickeln.“

Arthrosebekämpfung via Smartphone

Aus dem bayerischen Unterschleißheim kommt ein neuentwickeltes kabelloses Mikrostromgerät zur Schmerzbehandlung von Arthrose. Das ebenfalls im Rahmen eines ZIM-Kooperationsprojektes von der Dr. Schwab Gesellschaft für Technologieberatung mbH mit der Klinik Großhadern der Universität München entwickelte Gerät ist in eine Kniebandage integriert und wird per Smartphone gesteuert. Geschäftsführer Dr. Gunther Schwab sagt: „Wir haben uns vorher auf dem Weltmarkt nach vergleichbaren Lösungen umgeschaut, aber nichts gefunden. Die Förderung durch den Bund von Oktober 2015 bis Januar dieses Jahres in Höhe von rund 150.000 Euro war bei der Herstellung des erstens Prototyps des Mikro-stromgerätes sehr hilfreich.“ Das Gerät befinde sich derzeit in der Testphase.

www.zim-bmwi.de

 

 


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