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Komplexitätsmanagement Thema des Innovationstags bei FAULHABER

Nach innen standardisieren, nach außen differenzieren

„Komplexitätsmanagement ist kein nice to have, sondern ein Muss – und damit Teil der eigenen Überlebensstrategie“, bringt es Reiner Bessey auf den Punkt. Die drastische Aussage des FAULHABER Entwicklungsleiters mag auf den ersten Blick irritieren, weil der Erfolg von Unternehmen in der Antriebs- und Automatisierungstechnik ja vornehmlich an Performancewerte verknüpft zu sein scheint. Komplexität bestimmt jedoch das komplette wirtschaftliche Handeln bis zum fertigen Verkaufsprodukt. Nur wer die Komplexität wirklich beherrscht, bleibt dauerhaft erfolgreich – weshalb FAULHABER für den mittlerweile fünften Innovationstag genau dieses Thema wählte.

Komplex, das ist die hässliche Schwester von Einfach. Niemand will sie, wohl wissend, dass ohne sie nichts geht. Gerade im Maschinenbau gilt: Je einfacher Funktionen und Bedieneinheiten nach außen wirken, je komplexer sind sie im Inneren. Komplexe Zusammenhänge bestimmen komplette Produktionsströme und Lieferketten. Und wer sich wie FAULHABER in der Antriebstechnik als hochspezialisierter Lösungsanbieter einen Namen gemacht hat, der muss sich intensiv darüber Gedanken machen, wie sich immer wieder neu entwickelte oder angepasste Produkte wirtschaftlich handhaben lassen. „Komplexitätsmanagement ist Chefsache“, sind sich Gert Frech-Walter und Dr. Thomas Bertolini einig. Rund 50 Vertreter von Unternehmen der Werkzeug- und Druckmaschinenindustrie, der Medizintechnik und allgemeinen Automation begrüßten die beiden FAULHABER-Geschäftsführer beim Innovationstag in Schönaich.

Ein Treiber der Komplexität kommt aus der Branchenvielfalt, die FAULHABER mit individuell angepassten Antrieben bedient. „Mit Standardprodukten können sie heute wenig landen“, meint Vertriebsleiter Peter Weber und beschreibt den Weg seines Unternehmens, das „Customizing“ in klar umrissenen Schritten und mit definierten Entscheidungswegen zu managen. „Das Gebot der Stunde besteht darin, mit vertretbarem Aufwand schnell zu liefern.“ Dieses Ziel mündet beispielweise in der Fertigung darin, kundenspezifische Varianten möglichst weit nach hinten in die Endmontage zu legen. „Wir müssen diese Varianz bereits bei der Produktplanung beachten“, erklärt Reiner Bessey und spricht davon, dass FAULHABER auch im internationalen Geflecht der Unternehmensgruppe die Komplexität so weit wie möglich reduziert. Für die aktuell 225 Entwickler in vier Standorten gibt es klare Vorgaben über gemeinsame Ziele, Strukturen, Kompetenzen und auch Sprachen.

Der Erfolg, Prozesse so zu gestalten, dass interne Varianten abnehmen, ist messbar. Jan Patrick Schindler, stellvertretender Produktionsleiter bei FAULHABER, nennt anhand eines konkreten Motorenbeispiels die Auswirkungen von Konstruktionsanpassungen, einer veränderten Produktionssteuerung der Baugruppenfertigung sowie Anpassung der Produktionsabläufe in der Endmontage. Die Rüstzeiten sind heute um 40 Prozent, die Varianz beim Magnetsystem um 60 Prozent und die Durchlaufzeit des Antriebs um 62 Prozent zurückgegangen.


www.faulhaber.de


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