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Herz- und Gefäßmedizin

Ohne Digitalisierung nicht mehr denkbar

Über 1,7 Mio Fälle von Herzkrankheiten werden jährlich in Deutschland stationär behandelt, viele weitere ambulant. Ohne technische Systeme wie EKG, Angiographie oder Herz-Lungen-Maschine ist die Versorgung heute nicht mehr denkbar. Doch die Entwicklung schreitet kontinuierlich fort – Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und transdisziplinäre Technologieansätze erweitern die Möglichkeiten.

Die Bandbreite aktueller Forschungs- und Entwicklungsthemen in der Herz- und Gefäßmedizin ist enorm. Im Blickfeld stehen insbesondere die personalisierte Behandlung, Customer Experience von Patienten und Anwendern und gesteigerte Behandlungserfolge als Konsequenz. Ein Beispiel für den Einsatz von Digitalisierung für die medizinische Versorgung mit Hilfe „Digitaler Zwillingen": Digital erfasste Daten zur detaillierten Charakterisierung individueller Patienten werden analysiert und bilden die Basis für die Entwicklung einer optimierten personalisierten Behandlung. Ein Ansatz, den unter anderem Siemens Healthineers intensiv verfolgt.

Besteht ein Patient nur noch aus Einsen und Nullen?


„In der Bevölkerung führt der Einsatz digitaler Methoden in der Medizin immer wieder zu Verunsicherung. Informationskampagnen sind deshalb wichtig, um das Verständnis zu fördern, dass digitale Systeme immer eine unterstützende Funktion haben, nie aber den menschlichen Faktor in der Behandlung ersetzen werden" weiß David Winneberger, der sich bei Siemens Healthineers um Themen der Digitalisierung in der kardiovaskulären Gesundheitsversorgung kümmert.

Unterstützung für Ärzte bieten u. a. intelligente Algorithmen, die mit Methoden aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz krankhaft veränderte Herzklappen genau vermessen, um Implantate passgenau auswählen und einsetzen zu können. Daran forschen auch Herzchirurgen aus dem Klinikum Nürnberg unter Leitung von Prof. Theodor Fischlein.

Mit dieser individualisierten Medizin können Therapien immer gezielter eingesetzt werden. Die Erarbeitung geeigneter Kriterien für diese Auswahl braucht klinische Expertise, möglichst viele Daten und intelligente Algorithmen. Prof. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Kadiologie im Klinikum Nürnberg erforscht diese Kriterien u. a. im Bereich der „Protexted PCI" – ein Pumpensystem, das Patienten während kritischer Herzeingriffe versorgt.

Medizinprodukte-Hersteller arbeiten derzeit an digitalen Systemen für unterschiedlichste Bereiche und Anwendungssituationen. Dazu gehören beispielsweise mobilere Möglichkeiten zur Röntgen-Bildgebung oder digitale Prozesse in der Nachsorge, bei der durch intelligente Vernetzung von Modulen und Informationen Patienten im Anschluss an operative Eingriffe besser unterstützt werden können.

Interdisziplinärer Austausch hilft, Ideen umzusetzen

Diese innovativen Ideen wurden auch im Rahmen eines Branchentreffs des Forum MedTech Pharma am 16.07. im Herz- und Gefäßzentrum des Klinikum Nürnberg diskutiert. Dabei wurde sehr deutlich, dass Ideen für neue Ansätze in Diagnose und Therapie sowohl von Seiten der Ärzte als auch aus den industriellen Forschungsabteilungen stammen. Wo die Idee auch immer herkommt - zur Realisierung ist der frühzeitige Austausch und die enge Kooperation zwischen allen Beteiligten nötig.

www.medtech-pharma.de

 

 


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