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Digitalkonzerne drängen in die Health-Branche

Wie Amazon, Google und Facebook den Gesundheitsmarkt aufmischen

Facebook, Amazon und die Google-Mutter Alphabet kämpfen mit Übernahmen und neuen Plattformen gegen den Vorsprung von Apple.

Was waren das noch Zeiten: Die Aktie des Fitnesstrackers Fitbit war mehr als 40 Euro wert. 2015, als Wearables neu und das „Must Have“ waren, das jeder halbwegs sportliche Mensch am Handgelenk tragen wollte.

Google will mehr Fitness-Daten

Danach folgten Jahre der Agonie. Der Hype war schnell verflogen, weil der Nutzen der Geräte doch recht überschaubar war. Die Fitbit-Aktie stürzte ab und dümpelt seitdem in der Fünf-Euro-Region. Auch das Geschäftsmodell der Anbieter von Fitness-Trackern ging nicht auf, denn die Bereitschaft der Nutzer, ihre Daten zu teilen stellte sich in einer Bitkom-Umfrage als begrenzt heraus. Hinzu kam, dass Smartphones neue Funktionen erhielten und den Wearables so das Wasser abgruben.

Jetzt kommt wieder Bewegung in die Szene, seit Alphabet Fitbit eine Übernahme angeboten haben soll, wie Reuters berichtet. Was bedeutet das? Die Google Mutter stärkt ihre Position in der Gesundheitsbranche. Der Wettbewerb ist härter geworden, seit die Großen der Branche den Gesundheitsmarkt auf dem Radar haben und das Wearable weit mehr als das Gadget ist, mit dem Nutzer ihre sportliche Leistung dokumentieren. Es ist der Schlüssel zu den Gesundheitsdaten der Menschen.

Facebook erinnert an Vorsorgetermine

Facebook stellt sich wieder mal am geschicktesten an, Daten über die Gesundheit seiner Nutzer zu generieren. In der USA bietet das wegen seiner Datenschutzpolitik umstrittene Netzwerk schon seit einiger Zeit eine Blutspende-Plattform und neuerdings auch ein Preventive Health Tool an, das Nutzer an Vorsorgetermine erinnert, Behandlungen bei lokalen Praxen vermittelt und absolvierte Gesundheitstests dokumentiert.

Amazon hat neben Apple den wohl deutlichsten Fußabdruck auf dem Gesundheitsmarkt. Der Onlinehändler hat unter Amazon Care ein eigenes Gesundheitsprogramm gestartet, das unter anderem telemedizinische Angebote macht. Es kommt derzeit nur für die eigenen Mitarbeiter zum Einsatz – aber wie lange noch?

Amazon baut Telemedizin-Plattform

Dieses Programm könnte Grundstock einer eigenen telemedizinischen Plattform werden. Denn nun hat der Konzern das Startup Health Navigator übernommen. Es bietet über eine API klinische Daten, eine Diagnose- und Praxismanagement-Software und intelligente Sprachverarbeitung an. Das sind Services, die in Gesundheitsakten und telemedizinischen Angeboten genutzt werden können. Bereits vor einem Jahr hatte Amazon für umgerechnet 670 Millionen Euro die US-Versandapotheke Pillpack geschluckt.

Warum ist das wichtig? In den USA sehen wir, wie Konzerne um die Hoheit über die Gesundheitsdaten ihrer Nutzer und um Terrain auf dem Markt der digitalen Gesundheitswirtschaft kämpfen. Vor allem Apple und Amazon werden dort die neuen Dienstleister sein. Und hierzulande dreht die Diskussion etwa um die elektronische Patientenakte die gefühlt 37. Warteschleife.

www.gruenderszene.de


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    21.11.2019

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    www.hpi.de/dhc-forum

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