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Mit L-Bank-Förderung Insektenstiche lindern

Im Karlsruher Ökosystem werden aus Ideen Unternehmen

Medizintechnik-Spezialist Kamedi lindert mit L-Bank-Förderung die Folgen von Insektenstichen Ideen für Unternehmensgründungen gibt es viele. Doch nur wenn sie auf fruchtbaren Boden fallen, werden sie auch wirklich realisiert. Vier Gründer aus Karlsruhe zeigen mit ihrem Produkt heat_it, wie ein Ökosystem aus Wissen und Umsetzungs-Know-how nicht nur die Entwicklung von Produkten ermöglicht, sondern auch bei der Gründung eines Unternehmens hilfreich ist. Mittendrin: die L-Bank mit ihren Förderangeboten.

Welche Perspektiven gibt es, wenn das Ende des Studiums in Reichweite ist? Viele Studenten knüpfen in dieser Phase Kontakte zu Unternehmen, um sich für einen interessanten Arbeitsplatz ins Spiel zu bringen. Vier Maschinenbau-Studenten vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) setzten sich ein anderes Ziel: „Wir wollen ein mittelständisches Medizintechnik-Unternehmen aufbauen“, beschreibt Stefan Hotz die gemeinsame Vision. Er ist neben Lukas Liedtke, Armin Meyer und Christof Reuter einer der vier Gründer der Kamedi GmbH, eine Abkürzung für Karlsruhe medical devices.

Die Gründer haben in den vergangenen zwei Jahren ihr erstes Produkt entwickelt: heat_it. Damit stehen sie kurz vor dem Start in die laufende Produktion. Bei heat_it handelt es sich um ein kleines handliches Gerät, das kaum größer als ein Stück Würfelzucker ist und die Folgen eines Insektenstichs wie Juckreiz, Schmerzen und Schwellungen durch Wärme zu lindern vermag.

Es muss lediglich an ein handelsübliches Mobiltelefon angeschlossen und in der dazugehörigen App angegeben werden, ob es sich beim Übeltäter um eine Mücke, eine Bremse, eine Biene, eine Wespe oder um ein anderes Insekt handelt. Nach wenigen Sekunden kann die erwärmte Spitze für einen kurzen Zeitraum an den Stich angelegt werden. „Das hört sich alles sehr einfach an, allerdings muss der heat_it als Medizinprodukt umfangreich zertifiziert und geprüft werden.“ Das war einer der Gründe, weshalb viele aus dem Umfeld des Quartetts von der Realisierung des Projekts abgeraten haben.

Tatsächlich sind die Hürden des Medizinproduktegesetzes hoch, und die „normalen“ Anforderungen an ein Unternehmen sind ja auch nicht ohne. „Es ist erstaunlich, was man als Unternehmer zusätzlich zum Kerngeschäft zu tun hat“, resümiert Hotz. Doch sie haben sich nicht entmutigen lassen. „Wir arbeiten hier in einem wunderbaren Ökosystem, in dem aus unserer Idee ein Unternehmen werden konnte.“

Zum Ökosystem gehört natürlich auch die L-Bank, die für die Finanzierung bereits in einer sehr frühen Phase über Start-up BW Pre-Seed mit im Boot war. Dieses von der L-Bank betreute Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg unterstützt Unternehmen mit Mitteln aus der Digitalisierungsstrategie des Landes – digitalNO SPAM SPAN!@bw - zu einem Zeitpunkt, an dem sich private Investoren und VC-Gesellschaften aufgrund des Risikos mit der Bereitstellung von Kapital meist noch zurückhalten. Bei dieser Förderung wird das Ökosystem in Form von geeigneten Start-up-Inkubatoren, Acceleratoren und Start-up-Initiativen zur Beschleunigung des Entwicklungstempos eingebunden. „Die L-Bank hält für Gründer wie uns wirklich professionelle Finanzierungsstrukturen bereit“, bilanziert Liedtke die Gespräche mit den L-Bank-Experten.

Zu den Chancen, die die L-Bank bietet, gehört auch die MicroCrowd, die ebenfalls von Kamedi genutzt wurde: „Gründer können über diese Plattform ihre Geschäftsidee bereits in der Anfangsphase testen und nach Unterstützern suchen“, erläutert Nisha Munzig. Sie ist CrowdLotsin im Generator Startup Center der Hochschule der Medien Stuttgart und betreut angehende Gründer. „Ich bin sehr beeindruckt, wie souverän die vier Gründer mit heat_it ihre Fundingziele erreicht haben.“ Die Unterstützer waren von der smarten Behandlung von Insektenstichen offensichtlich so beeindruckt, dass sowohl das erste Fundingziel von 12.000 Euro als auch das zweite von 50.000 Euro problemlos erreicht werden konnten. Auf die Möglichkeit des Programms, „obendrauf“ noch ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten, konnten die Gründer verzichten, da sich bereits zwei erfahrene Business-Angels engagierten.

Wichtig für die Maschinenbauer war auch die Erfahrung, die zahlreichen Aufgaben eines Unternehmensaufbaus gemeinsam stemmen zu können. „Zum Glück sind wir zu viert und können die Arbeit auf acht Schultern verteilen“, so Liedtke. Die bald beginnende Serienproduktion wird aber nicht nur ein Start, sondern auch ein Abschied sein. „Hier in den Räumen des KIT haben wir uns wunderbar entfalten können.“ Die konkrete Hilfsbereitschaft anderer Gründer, Gespräche mit Experten, die Vermittlung von Kontakten und generell eine Atmosphäre des Aufbruchs zeichnen das KIT aus. „Zum Glück ziehen wir nur innerhalb dieses Biotops um und können so wie bisher auch von den tollen Strukturen profitieren“, freut sich Liedtke. Dazu gehört unter anderem das Anwerben von Fachkräften, die das Unternehmen in Zukunft benötigen wird. Zunächst sind bis zu zehn Mitarbeiter geplant, im Jahr 2021 sollen es schon 30 sein.

Und was kommt danach? Kontakte für den internationalen Vertrieb stehen bereits. Auch Ideen für weitere Produkte gibt es. „Wir haben vieles in der Pipeline, doch jetzt sind wir erst einmal auf den Start der Serienproduktion gespannt“, so Liedtke.

Die Kamedi GmbH in Karlsruhe: www.heatit.de
Start-up BW Pre-Seed: www.l-bank.de/pre-seed


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